Schaben
Schaben – ein uraltes Problem neu bekämpfen. Schaben, umgangssprachlich auch Kakerlaken genannt, zählen zu den ältesten Insektenarten der Erde. Seit über 350 Millionen Jahren hat sich ihr Erscheinungsbild kaum verändert. Von den weltweit rund 4'000 bekannten Arten gelten nur etwa 1 % als Schädlinge – doch genau diese können massive Probleme in Innenräumen verursachen.
In der Schweiz trifft man vor allem auf die Deutsche Schabe, die Orientalische Schabe, die Braunbandschabe sowie gelegentlich auf die Amerikanische Schabe. Auch die bei uns heimische Waldschabe gehört dazu, stellt aber im Gegensatz zu den anderen keine Gefahr für den Menschen dar.
Diese Insekten sind nachtaktiv, flink und können sich selbst durch kleinste Spalten zwängen. Einige Arten besitzen Flügel, fliegen jedoch nur selten. Schaben bevorzugen warme, feuchte Umgebungen wie Grossküchen, Bäckereien oder sanitäre Einrichtungen – Orte, an denen Hygiene besonders wichtig ist.
Durch ihre Lebensweise als Allesfresser kommen sie leicht mit Krankheitserregern in Kontakt und können diese verbreiten. Deshalb ist ihr Auftreten in Gebäuden stets ein ernstzunehmender hygienischer Risikofaktor.
Deutsche Schabe (Blattella germanica)
Biologie
Mit einer Grösse von etwa 13 mm zeigt sich die Deutsche Schabe gelbbraun gefärbt und besitzt zwei auffällige Längsstreifen auf dem Halsschild. Beide Geschlechter haben Flügel, nutzen sie jedoch kaum. Das Weibchen trägt ein Eipaket mit bis zu 40 Eiern mehrere Wochen mit sich herum, bevor es die Eier ablegt. Die daraus schlüpfenden Jungtiere sind dunkel gefärbt. Der gesamte Entwicklungszyklus beträgt etwa zwei bis drei Monate.
Verhalten und Schaden
Diese Art meidet Licht und hält sich tagsüber versteckt – bevorzugt in warmen, feuchten und dunklen Bereichen. Bei Störung flüchtet sie blitzschnell in Spalten oder Fugen. Ihr Erscheinen am Tag ist ein deutliches Zeichen für starken Befall. Die Deutsche Schabe ist äusserst anpassungsfähig und kann über glatte, senkrechte Oberflächen laufen. Als Allesfresser ist sie nicht wählerisch – sie verunreinigt Lebensmittel und Oberflächen, was zur Verbreitung von Krankheitserregern wie Salmonellen, Milzbrand, Tuberkulose oder Fadenwürmern führen kann.
Orientalische Schabe (Blatta orientalis)
Biologie
Diese auch als Kakerlake bekannte Art misst 20–28 mm. Männchen sind kastanienbraun mit verkürzten Flügeln, Weibchen fast schwarz mit kaum sichtbaren Flügelstummeln. Ein Eipaket enthält ca. 16 Eier, aus denen nach zwei bis fünf Tagen Larven schlüpfen. Die Entwicklung ist bei warmem Klima nach ca. fünf bis sechs Monaten abgeschlossen, in der Regel dauert sie jedoch etwa ein Jahr.
Verhalten und Schaden
Im Gegensatz zur Deutschen Schabe ist diese Art weniger beweglich, dafür kletterfaul und nicht flugfähig. Sie wird eher in den Abend- und Morgenstunden aktiv. Orientalische Schaben bevorzugen stärkehaltige Nahrung und verbreiten einen unangenehmen, süsslich-fauligen Geruch. Ihre gesundheitliche Gefährdung entspricht der der Deutschen Schabe.
Braunbandschabe (Supella longipalpa)
Biologie
Diese etwa 11 mm grosse Art ist hell- bis dunkelbraun mit zwei helleren Querstreifen auf den Flügeldecken. Männchen sind lang-, Weibchen kurzflügelig. Nach der Eiablage wird das Eipaket sofort an Möbeln oder in Ritzen befestigt. Besonders auffällig: Sie kann selbst an senkrechten Wänden und Decken entlanglaufen.
Verhalten und Schaden
Wie die Deutsche Schabe stellt auch die Braunbandschabe ein Hygieneproblem dar. Sie kann Krankheitserreger übertragen und verunreinigt Nahrungsmittel sowie Oberflächen – besonders in warmen, trockenen Innenräumen.
Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)
Biologie
Diese stattliche Schabe erreicht 26–38 mm, ist rotbraun gefärbt und hat ein rotgelbes Halsschild mit dunklen Flecken. Beide Geschlechter sind flugfähig. Die Weibchen legen Eipakete ab, die sie zuvor wenige Stunden bis einige Tage mit sich tragen. Die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Tier dauert etwa ein Jahr.
Verhalten und Schaden
Die Amerikanische Schabe bevorzugt besonders warme Umgebungen und ist häufig in Heizungskellern oder Technikräumen anzutreffen. Ihre Gefährdung entspricht jener der Deutschen Schabe – durch die Verunreinigung von Flächen und Lebensmitteln kann sie verschiedenste Keime verbreiten.
Waldschabe (Ectobius sylvestris)
Biologie
Diese heimische Schabenart ist 7–13 mm gross und strohgelb bis hornfarben. Auf dem Halsschild zeigt sich ein rötlicher Fleck. Sie wird vom Licht angezogen und ist auch tagsüber aktiv. Vor allem in den Monaten Mai bis Oktober ist sie häufig im Freien zu finden.
Verhalten und Schaden
Die Waldschabe lebt im Freien – in Gärten, Wäldern und Gebüschen. Sie kann zwar durch Fenster ins Haus gelangen, stirbt dort aber meist innerhalb weniger Tage ab. In Innenräumen kann sie sich nicht vermehren, noch interessiert sie sich für unsere Lebensmittel.
Fazit
Die Waldschabe ist vollkommen harmlos und kein Schädling.


Wissenswertes
Typisch sind nächtlich auftretende, schnell flüchtende Insekten in Küche, Bad oder Technikräumen. Weitere Anzeichen: kleine schwarze Kotkrümel, Häutungsreste oder ein süsslich-muffiger Geruch. Wer tagsüber eine Schabe sieht, hat es meist mit einem grösseren Befall zu tun – dann ist schnelles Handeln durch Fachleute wichtig.
Deutsche Schaben gelten als ernsthafte Hygieneschädlinge. Sie verunreinigen Lebensmittel und Oberflächen und können Keime wie Salmonellen, Tuberkulose oder Fadenwürmer verbreiten. Besonders in Gastronomie, Spitälern oder Mehrfamilienhäusern besteht dringender Handlungsbedarf – eine professionelle Bekämpfung ist unerlässlich.
Sehr schnell. Eine einzige weibliche Schabe kann über hundert Nachkommen produzieren – oft unbemerkt, da sich die Tiere tagsüber verstecken. Besonders in warmen, feuchten Bereichen wie Küchen oder Technikräumen finden sie ideale Bedingungen. Ohne gezielte Bekämpfung breitet sich der Befall rasch in ganze Gebäudekomplexe aus.